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DRM: Neuer Name = besseres Image?

von markus um 15:58 am Montag, 14. Mai 2007 | 12 Kommentare

Lustige Sache. Während der Industrie DRM um die Ohren fliegt, sehen einzelne Industriemitglieder nur ein Imageproblem. Und haben eine Lösung parat: DRM: Neuer Name = besseres Image?

Bob Zitter, beim größten US-Bezahlsender Home Box Office (HBO) für Technologiefragen zuständig, hat am Dienstag auf dem jährlich in Las Vegas stattfinden Treffen der National Cable & Telecommunications Association (NCTA den Vorschlag unterbreitet, das bei Verbrauchern unbeliebte digitale Rechtemanagement umzubenennen, um dessen Akzeptanz zu erhöhen. “Ich möchte nicht mehr länger den Begriff DRM benutzen”, so Zitter. Dieser Begriff sei irreführend, denn er betone “Einschränkungen” statt “Gelegenheiten” hervorzuheben. Solche Technologien zum Schutz von Inhalten seien doch eigentlich dazu da, den Verbrauchern “eine bessere Nutzung der von ihnen bezahlten Inhalte zu ermöglichen”. In Zukunft solle daher nur noch die Rede von “Digital Consumer Enablement” (DCE) – etwa mit “digitale Ermächtigung der Verbraucher” zu übersetzen – sein.

Finde ich prima. Vor allem in Deutschland ist die Wortwahl “digitale Emächtigung” ja historisch unbepfleckt…

Ansonsten haben die doch einen Knall: Wieso denke ich aus Verbrauchersicht dabei nur an “Gelegenheiten”, die Restiktionen des Kopierschutzes irgendwie entfernen zu können?

Kommentare

12 Kommentare zu “DRM: Neuer Name = besseres Image?”

  1. leonhard
    Mai 14th, 2007 @ 16:08

    Ich habe von der Sache zuerst über diesen tollen
    Comic-Strip erfahren und es bis zu deinem Eintrag über einen bloßen Scherz gehalten. Im Comic wird übrigens vorgeschlagen, in Hinkunft statt von “Piracy” von “Consumer Choice Enhancement” zu sprechen…

  2. Hoshpak
    Mai 14th, 2007 @ 17:46

    und bald gibts dann das “digitale Ermächtigungsgesetz”? Die Spinnen die Musikindustrierömer!

  3. markus
    Mai 14th, 2007 @ 18:29

    Hoshpak, da steht ganz deutlich, dass der Vorschlagende bei einem Pay-TV Sender arbeitet und nicht bei den “Musikindustrierömern”…

  4. Carsten raddatz
    Mai 14th, 2007 @ 18:39

    Nunja, das Tier zappelt noch etwas, hat aber nicht mehr viel Luft. Auch das Kürzel DCE kann man umdrehen… E für Entmächtigung, Entmündigung, Entblödung… Wir brauchen dann bald mal einen Wettbewerb… ;-)

  5. Heide
    Mai 14th, 2007 @ 18:41

    Kann man dann die Verantwortlichen wegen Irreführung verklagen? Das ausgerechnet der Konsument mit dem Quatsch “enabled” werden soll ist eine Behauptung die sich nun doch schwer verteidigen lässt.

  6. »Digital Consumer Enablement« bei bölzebub.de
    Mai 14th, 2007 @ 19:52

    [...] netzpolitik.org zum Thema DRM: Neuer Name = besseres Image? [...]

  7. [fritz]
    Mai 14th, 2007 @ 21:37

    wuahaha. und mrt verklagt apple (und andere) weil sie nicht das “gute” uns “sichere” mrt-drm einsetzen. und die riaa will jetzt nicht nur bei internetradios sondern auch beim alten terrestrischen radio pro song kassieren. ich denke, wir können jetzt bis zum zeitpunkt der branchenimplosion laut mitzählen. so wie an sylvester. links dazu hier:
    http://www.bootsektorblog.de/2007/05/das_copyright_f.html

  8. DOBSZAY's Ansichten und Einsichten
    Mai 14th, 2007 @ 23:43

    Neuer Name für Digital Rights Management…

    Digital Rights Management soll in Zukunft “Digital Consumer Enablement (DCE)” heissen. Verkauft werden soll es als “Technologie, die den Verbrauchern eine bessere Nutzung von Inhalten ermöglicht”. Diesen Vorschlag hat Bob Z…

  9. keimform.de » DRM: der neuste Lacher
    Mai 15th, 2007 @ 1:13

    [...] Netzpolitik berichtet über den neusten Lacher zum Thema DRM: Bob Zitter, beim größten US-Bezahlsender Home Box Office (HBO) für Technologiefragen zuständig, hat am Dienstag auf dem jährlich in Las Vegas stattfinden Treffen der National Cable & Telecommunications Association (NCTA den Vorschlag unterbreitet, das bei Verbrauchern unbeliebte digitale Rechtemanagement umzubenennen, um dessen Akzeptanz zu erhöhen. […] In Zukunft solle daher  [statt von DRM] nur noch die Rede von “Digital Consumer Enablement” (DCE) – etwa mit “digitale Ermächtigung der Verbraucher” zu übersetzen – sein. [...]

  10. PC-Magazin
    Mai 15th, 2007 @ 9:53

    [...] Via Golem, Netzpolitik [...]

  11. ~ barani ~ » wissen
    Mai 16th, 2007 @ 8:33

    [...] Womit ich dann zu Dingen überleite, die mich ernsthaft nerven. Dazu gehört diese Idee DRM zu DCE umzubenennen. Eigentlich begann mich das Thema zu langweilen, aber das motiviert mich gerade wieder. [...]

  12. dasistdasen.de » Blog Archive » Gedanken zum Mu$icbiz
    Mai 16th, 2007 @ 10:13

    [...] Die drei Punkte lasse ich so stehen. Andere wollen mir aber glauben machen, dass Regulierung und Gängelung nur wegen dem Namen nicht funktioniert. Geht’s noch? Abgelegt in: Ich Höre MusikTags: download, drm, interweb, musik, musikindustrie, netzpolitikorg, punk, tim armstrong, vinyl [...]

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