Es ist wohl der letzte große Batzen an Daten des US-Militärs, die WikiLeaks und verschiedene Nachrichtenorganisationen heute veröffentlichen.
Nach der Veröffentlichung des „Collateral Murder“-Videos, den Afghanistan- und Irak-Berichten sowie den Botschaftsdepeschen gelangen heute die Guantanamo Files an die Öffentlichkeit.
Die 779 Dokumente enthalten Informationen über jeden einzelnen der zum Teil noch immer auf dem kubanischen Festland festgehaltenen „unlawful enemy combatants“ aus George W. Bushs Krieg gegen den Terror.
Sie legen offen, was vorher nur in Ausschnitten bekannt wurde. So stufen die Bewacher etwa 100 der Insassen als depressiv oder psychisch krank ein. Unter den noch immer gefangenen befinden sich auch solche, die nicht entlassen werden können, weil sie auf Grund von Folter in einer fairen Gerichtsverhandlung wohl nicht verurteilt werden könnten. Taxifahrer, die wegen ihrer Kenntnis der örtlichen Begebenheiten Informationen über die Taliban hätten liefern können; ein Al Jazeera-Kameramann, der sechs Jahre lang festgehalten wurde, weil er Informationen über den Aufbau von Al Jazeera hätte liefern sollen…
Der Leak, so die NY Times, ist unterdessen nicht komplett: „Gutachten über 75 Gefangene fehlen“.
Der Guardian, die New York Times und das britische National Public Radio beziehen sich bei den Daten nicht direkt auf WikiLeaks und in einem Tweet schreibt (vermutlich) Julian:
Auch auf dem WikiLeaks-nahen WL Central wird das Drama weitergebloggt:
Like teenagers in high school, WikiLeaks selects a few “trusted” media organizations to provide the material. But, since it has sour relationships with organizations and a few disgruntled former members of WikiLeaks out there like Daniel Domscheit-Berg…, the material that is planned for release gets shared with other news organizations.
So ist die Veröffentlichung durch Guardian, NYT und NPR jetzt wohl die Reaktion auf ein Wettrennen, das Julian führt und nicht verlieren möchte:
The Guardian and the New York Times desperately wanted to beat WikiLeaks on the release.
Zu der „Koalition“ aus acht Medien, die mit WikiLeaks zusammenarbeiten, gehört wohl die spanische El País.
