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Freitag, 16. November 2007

Das Innenleben der ICANN

Nach drei Jahren im Vorstand der ICANN beschreibt Joi Ito die Gründe für seinen Rückzug und eröffnet einen Blick auf die Entscheidungsstrukturen der Organisation:

The problem that ICANN has is not one of being unfair, the problem that ICANN has is the difficulty and time required in trying to reach consensus on difficult issues. The other problem is that most of the people who are affected by the decisions, the average users, don’t know or care about ICANN. Trying to figure out an better way to get their input has always been an issue, but is one that is not unique for ICANN. All of politics and collective action share the difficulty in getting the public to care about issues that affect them.

Wer mehr über das Thema wissen möchte, bekommt mit Hilfe des Artikels von Jeanette Hoffmann einen sehr guten Überblick.

Donnerstag, 13. September 2007

APC-Buch zum WSIS: Time for lessons learned

APC hat ein Buch über den UN-Weltgipfel zur Informationsgesellschaft (WSIS) veröffentlicht: Time for lessons learned.

The World Summit on the Information Society (WSIS) has been roundly criticised in the past and this new study from APC concludes that the summit “is not the best starting point for new action.” So, what is the point of looking at how developing country delegations and civil society fared at the summit? Because, says the author “it is always important to learn from experience – particularly where it did not deliver up to expectations.” The book “Whose Summit? Whose Information Society? Developing countries and civil society at the World Summit on the Information Society”, commissioned by APC and written by David Souter draws on participants’ observations, detailed interviews with forty key actors and case studies of experiences rooted in five developing countries. WSIS holds many lessons for developing countries and civil society organisations aiming to exert greater influence in international ICT decision-making fora. Some lessons demonstrate what worked well – such as the highly successful, multi-stakeholder Internet Governance Forum (IGF). The majority illustrate what did not work so well – not least, holding a four-year long meeting on such a fast-changing topic.

Das Buch gibt es in verschiedenen Sprachen, u.a. in Englisch. Dazu gibt es ein Interview mit dem Autoren: Interview with David Souter: Learning from the WSIS Experience.

Montag, 30. April 2007

Aktuell: a2k - Konferenz

Wolfgnag Kleinwächter berichtet für Heise von der a2k-Konferenz, die gerade an der Yale-University in den USA stattfindet: Zensur als Handelshemmnis?

Nach Auffassung von Andrew McLaughlin, Chief Policy Adviser von Google, sollten Einschränkungen des Rechts auf freie Meinungsäußerung im Rahmen der laufenden Verhandlungen der “Doha Round” der World Trade Organization (WTO) als Handelshemmnis qualifiziert werden. McLaughlin kritisierte auf der Jahreskonferenz “Zugang zu Wissen” (A2K2) der Yale University in New Haven indirekt die US-Regierung, die bei bilateralen Verhandlungen zu so genannten Freihandelsabkommen (Free Trade Agreements) zwar sehr nachdrücklich darauf dränge, den mangelnder Schutz von geistigem Eigentum zu beseitigen, aber weit weniger die Respektierung des Informations- und Meinungsfreiheit an Handelserleichterungen binde.

Heise: Ein Internet “des Volkes, durch das Volk und für das Volk”

In weniger als fünf Jahren wird jeder Bewohner Pekings freien drahtlosen Zugang zum breitbandigen Internet haben. Dies prophezeite Kai-Li Kan, Direktor des Instituts für Informationsindustrie der Pekinger Universität für Post und Telekommunikation auf der 2. Konferenz “Zugang zu Wissen” (A2K2) der Yale University in New Haven. Das vor kurzem gestartete Projekt “Wireless Peking Commune” (WBC) ziele darauf, aus der 15-Millionen-Metropole eine “Wireless City” zu machen. Demnach werden zunächst 3000 Zugangspunkte auf der Basis des WLAN-Standards 802.11g mit 54 MBit/s eingerichtet.

Interessant sind hier auch die Beschreibungen aus anderen Ländern und Kontinenten. Alle bekommen offenes WLAN, und wann reagiert Berlin endlich mal?

Dienstag, 13. März 2007

UNESCO-Gutachten zu ethischen Implikationen von neuen Technologien

Die UNESCO hat in einem Gutachten die ethischen Implikationen von neuen Technologien wie RFID und Location Based Services untersucht. Spannende Lektüre: UNESCO publishes survey on ethical implications of emerging technologies.

What are the ethical implications of the semantic web, biometrics, radio-frequency identification, location-based services, mesh and ubiquitous networking, grid computing and other new computing technologies? A study just released by UNESCO analyses likely consequences of different technological choices.

[...]

In presenting results of this examination, the report first tells an introductory story of how the technologies covered relate to one another. Next, infoethics goals are presented. Then, for each technological trend surveyed, the report contains a short chapter drafted in lay terms to provide an overview of the relevant technology and to highlight ramifications and concerns. The report then summarizes this infoethics analysis and revisits the story of the emerging technologies. Finally, the report offers recommendations on ways to advance infoethics goals in anticipation of these oncoming technologies.

PDF mit 89 Seiten: Ethical implications of emerging technologies .

Montag, 5. März 2007

Global Alliance for ICT & Development: Breitband für Afrika

Heise: Armutsbekämpfung durch Informationstechnik

Mit Verabschiedung eines Arbeitsprogramms ging die erste Vollversammlung der “Global Alliance for ICT & Development” (GAID) im kalifornischen Santa Clara zu Ende. Auf der Sitzung, die unter dem Motto “UN Meets Silicon Valley” stand, wurde vor allem darüber diskutiert, wie durch ein engeres Zusammenwirken von Regierungen, Privatindustrie und Zivilgesellschaft die drei Flagschiffprojekte und die zwei Partnerschaftsprogramme der GAID mit Leben erfüllt werden können. Neben dem Projekt Breitband für Afrika geht es dabei um die Schaffung eines globalen Netzwerkes von “Telezentren” sowie die weltweite Aufstellung sogenannter Cyber Development Corps.

Breitband für Afrika

“Breitband für Afrika” ist eines von drei sogenannten Flaggschiffprojekten der “Global Alliance for ICT and Development” (GAID), die zum Ziel des “Weltgipfels zur Informationsgesellschaft” (WSIS) beitragen sollen, bis zum Jahr 2015 die Hälfte der Menschheit Online zu bringen. Das Projekt “Broadband for Africa” besteht aus drei selbständigen, aber miteinander verbundenen Elementen. Ein Backbone-Unterseekabel für Ost- und Südafrika, ein landgestütztes Backbone-Netz für mehr als 20 Länder im sub-saharischen Afrika und lokale Zugangsmöglichkeiten über WiMax oder Telezentren. “Ohne Infrastruktur bleiben alle Debatten zur Überwindung der digitalen Spaltung reines Wortgeklingel”, sagte Craig Barrett, Intel-Aufsichtsratsvorsitzender und Chairman der Global Alliance, auf der GAID-Jahrestagung im kalifornischen Santa Clara.

Mehr dazu gibt es auch im Artikel “Die UNO besucht das Silicon Valley“.

Freitag, 2. März 2007

Die UNO besucht das Silicon Valley

Ars Technica: UN entices business to invest in global technology development

The UN has arrived in Silicon Valley. In meetings held both yesterday and today, the UN’s Global Alliance for Information and Communication Technologies and Development (GAID) is bringing together diplomats and businesspeople in an attempt to solve major world problems through the increased use of information technology. GAID’s goals are cetainly lofty—better broadband in Africa, the creation of a “Cyber Development Corps,” and free computers and Internet access for schools—but its biggest achievement might be getting businesses more involved in technology development work.

Heise: UN im Silicon Valley.

Intels Aufsichtsratsvorsitzender Craig Barrett hatte noch auf Bitten des damaligen UN-Generalsekretär Kofi Annan im Juni 2006 den Vorsitz der “Global Alliance” übernommen. In seiner Rede unterstrich Barrett, dass die Devise des Silicon Valley, nicht lange zu reden, dafür aber um so schneller zu handeln, zur GAID-Leitschnur werden soll. Dialog um des Dialogs willen bräuchte keiner.

Heute gebe es eine Milliarde Internet-Nutzer. Nun komme es darauf an die nächste Milliarde ans Netz zu bringen, meinte Barrett. Und die komme nicht aus den entwickelten, sondern aus den Entwicklungsländern. Neben China, Indien und Brasilien nannte er dabei ausdrücklich auch Afrika, das am Anfang einer qualitativ neuen Entwicklung stehe, wie sich nun im Bereich der Mobiltelefonie zeige. Barrett begrüßte, dass die UN-Diplomaten ins Silicon Valley kommen, um zu studieren, wie man Erfolg hat. Ein bisschen mehr unternehmerischer Geist schadete im UN-Hauptquartier nicht, meinte der Intel-Vorsitzende.

Telepolis zum 100$ Laptop: Der MIT-Professor und der digitale Graben

Was die technische Seite angeht bietet OLPC mit einem [extern] Wiki und [extern] Blog viel Transparenz. Die technischen Lösungen werden auch einhellig gelobt, doch der gesamte Ansatz des Mammutprojekts ist äußerst umstritten. Kritiker sprechen von einer typischen US-amerikanischen Herangehensweise: Ein stark hierarchischer Ansatz – top-down –, der mit einer weitflächigen massiven Ausbringung von Technik einen Entwicklungsschritt erzwingen will.

In der Tat widerspricht das den meist negativen Erfahrungen, die in den vergangen Jahrzehnten mit solcherlei Projekten gemacht wurden. So ist heute die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung auf Graswurzelebene elementarer Bestandteil der Arbeit von Entwicklungsorganisationen und NGOs. Als derzeit neueste unabdingbare Methode, zumindest in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, wird der Do-No-Harm-Ansatz verlangt: Bevor ein Projekt gestartet wird, versucht man in der Planung dessen mögliche Auswirkungen auf den sozialen, kulturellen, ökologischen, wirtschaftlichen und politischen Ebenen des Projektgebiets durchzuspielen.

Futurezone: Billig-Laptops gegen die “digitale Kluft”.

Im Rahmen seines im Vorjahr vorgestellten Investitionsprogramms “World Ahead” setzt Intel neben der Entwicklung erschwinglicher Computer auf die Verbreitung von High-Speed-Internet-Zugängen sowie die Fortbildung der Lehrer. Der Preis der dabei entstandenen Rechner beträgt derzeit etwa 300 Dollar im Verkauf. Die Geräte sollen lokal produziert werden. Ingesamt eine Mrd. Dollar will Intel in den kommenden fünf Jahren investieren. [...] Eines der ersten Ergebnisse ist etwa ein auf den indischen Markt zugeschnittener PC. Das Gerät kann mit alternativen Stromquellen, etwa mit einer Autobatterie, betrieben werden und ist im Vergleich zu herkömmlichen PCs staub- und wasserresistenter.

Dienstag, 13. Februar 2007

Klassentreffen des Internet Governance Forum in Genf

In Genf findet gerade ein Nachfolgetreffen zum ersten Internet Governance Forum statt. Ralf ist vor Ort und ich hoffe, er findet noch Netz zum bloggen. Monika Ermert hat für Heise schon einen Übersichtsartikel verfasst: Widersprüchliche Konzepte für das Internet Governance Forum.

Die “Dynamic Coalition on Privacy”, unterstützt unter anderem von der französischen Regierung, Microsoft, Cisco und deutschen Datenschützern des Unabhängigen Landeszentrums für den Datenschutz (ULD), vereinbarte, Thesenpapiere zu den Themen Datenschutz und Identität, Datenschutz und Entwicklungspolitik sowie Datenschutz und Meinungsfreiheit zu verfassen. Beim Treffen in Rio will man den Datenschutz in den globalen Netzen ganz oben auf der Agenda platzieren. Man wolle in den kommenden Monaten vor allem auch den Kontakt zu Regierungsvertretern aus dem Bereich innere Sicherheit suchen, erklärte Ralf Bendrath von der Universität Bremen, einer der Initiatoren der Koalition, die sich als eines der ersten erfolgreichen Projekte des IGF-Prozesses erweisen könnte.

Passend dazu schreibt Wolfgang Kleinwächter auf Telepolis über die Initiativen nach dem WSIS-Prozess: 2015 soll die Hälfte der Menschheit online sein.

Als im November 2005 in Tunis der Weltgipfel zur Informationsgesellschaft (WSIS) beendet wurde, schien es zunächst so dass den beteiligten Akteuren die Luft ausgegangen war. Nachdem man sich darauf geeinigt hatte, bis zum Jahr 2015 die Hälfte der Menschheit online zu bringen und ein neues Internet Governance Forum (IGF) zu schaffen, zog erst einmal Ruhe ein. Nun aber kommt wieder Bewegung in den WSIS-Prozess. Es gibt immer mehr Baustellen, um mit konkreten Initiativen die Beschlüsse von Tunis umzusetzen.

Freitag, 1. Dezember 2006

Offener Brief an Merkel wegen IT-Gipfel: Unterzeichner gesucht

Die Bundesregierung veranstaltet ja am 18. Dezember in Potsdam ihren “nationalen IT-Gipfel”. Wie hier schon berichtet wurde, ist die Zivilgesellschaft in der Vorbereitung komplett ausgesperrt gewesen und wird auch zum Gipfel selber nicht eingeladen. Das verstößt ziemlich drastisch gegen die von der Regierung mit verabschiedeten Prinzipien der UN-Informationsgipfel von Genf und Tunis, nach denen die Informationsgesellschaft nur inklusiv und mit Beteiligung aller entwickelt werden kann und soll.

Ein breites Bündnis von zivilgesellschaftlichen Gruppen hat nun als Protest einen offenen Brief an die Kanzlerin verfasst, der in den nächsten Tagen veröffentlicht wird. Hier kann man den Brief lesen und sich als UnterzeichnerIn eintragen.

 

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