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17 goldene Regeln für mobile soziale Netzwerke

von Daniel Dietrich um 22:21 am Dienstag, 9. Februar 2010 | 5 Kommentare

Rechtzeitig zum heutigen Safer Internet Day hat die EU-„Cyber Security“-Agentur – ENISA (European Network and Information Security Agency) einen Bericht über den Zugang zu sozialen Netzwerken per Mobiltelefon vorgelegt: „Online as soon as it happens“. In dem Bericht werden die Risiken und Gefahren mobiler sozialer Netzwerke dargelegt, z. B. Identitätsdiebstahl, Datenverlust von Unternehmen und Reputationsrisiko. Die Verfasser stellen auch 17 „Goldene Regeln“ auf, wie diese Gefahren zu bekämpfen sind. Hier gibt es die Presseerklärung von ENISA auf Deutsch als PDF.

Instantly Online – 17 Goldene Regeln zur Bekämpfung von Online-Risiken und für sichereres Surfen mobiler sozialer Netzwerke – hier den vollständigen Bericht als PDF auf Englisch. Einige der Regeln sind einfach “common sense” andere eher Allgemeinplätze, bei einigen ist nicht ganz klar, ob das die Realität wirklich abbildet. Wie geht es euch? Benutzt ihr ein Pseudonym auf Facebook? Wie einfach ist es private und öffentliche Identitäten klar von einander zu trennen?

Die 17 Regeln zusammengefasst:

Pay Attention to What You Post and Upload:

  • Consider carefully which images, videos and information you choose to publish
  • Never post sensitive information
  • Use a pseudonym

Choose Your Friends with Care:

  • Do not accept friend requests from people you do not know
  • Verify all your contacts

Protect Your Work Environment and Avoid Reputation Risk:

  • When joining a social networking site use your personal e-mail address (not your company e-maill address)
  • Be careful how you portray your company or organization online
  • Do not mix your business contacts with your friend contacts
  • Do not let anyone see your profile or personal information without your consent
  • Do not leave your mobile phone unattended
  • Do not save your password on your mobile phone
  • Use the security features available on your mobile phone

Protect Your Mobile Phone and the Information Saved on It:

  • Be careful what you publish about someone else

Inform Yourself:

  • Read carefully and in full the privacy policy and the condition and terms of use of the social network you choose

Protect Your Privacy With the Privacy Settings:

  • Use privacy-oriented settings (check who can see your pictures, who can contact you and who can add comments)

Report Stolen Phones Immediately:

  • Be careful when using your mobile phone and pay attention to where you put it

Pay Attention to Location Based Services and Information of Your Mobile Phone:

  • Deactivate location based services when not using them

Millionen Nutzerdaten von Facebook vor Veröffentlichung

von simoncolumbus um 20:24 am | 14 Kommentare

ReadWriteWeb berichtet in einem ausführlichen, aber ausgesprochen unkritischen Artikel über die Pläne von Pete Warden, große Mengen an Nutzerdaten “für wissenschaftliche Arbeiten” zugänglich zu machen:

This Wednesday, Warden will make Friend, Fan page and name data from hundreds of millions of Facebook users available to the academic research community. It’s a move that Facebook has to have seen coming, a move that many in the data-centric community have been calling on the company itself to do for years, and an event that’s been complicated by Facebook’s recent privacy policy changes, which have muddied the waters of right and wrong but rendered even more data available for outside analysis.

Wardens Projekt erinnert stark an den Skandal um SchülerVZ, bei dem ebenfalls massiv Nutzerdaten gecrawlt wurden, was eigentlich nicht hätte passieren dürfen. Dem wissenschaftlichen Interesse müssen hier starke Datenschutzbedenken entgegengebracht werden.

Internetfilter und Sendezeiten: Phantasien zum Safer Internet Day

von simoncolumbus um 19:06 am | 18 Kommentare

Anlässlich des heutigen Safer Internet Days hat Kai Biermann für Zeit Online ein Twitter-Interview mit den Machern von Insafe geführt, die den Tag organisieren. Die Antworten sind ebenso erschreckend wie lächerlich. Nur einige Ausschnitte:

Der Einsatz von providerseitigen Filtern und Sperrungen kann ein wirksames Instrument des Jugendschutzes sein.

Zudem sind Sendezeitbegrenzungen ab 20 Uhr in einem zeiteinheitlichen Europa sehr sinnvoll.

Sperrungen können nicht umgangen werden, wie das Beispiel China zeigt.

Dazu kommt die Forderung nach Deep Packet Inspection, die “wesentlich wirkungsvoller” als die DNS-Sperren des “Zugangserschwerungsgesetzes” sei. Da verwundert es auch nicht, wenn es dann heißt:

Wir können die Diskussionen um Sperrungen in Deutschland nicht nachvollziehen.

ACTA könnte einzelne Filesharer doch im Visier haben

von simoncolumbus um 18:42 am | 5 Kommentare

Golem berichtet über Aussagen der bisherigen EU-Handelskommissarin Benita Ferrero-Waldner, die darauf hinweisen, dass das “Anti-Counterfeiting Trade Agreement” entgegen andersläufiger Beteuerungen doch auf einzelne Urheberrechtsverletzer abzielt. In dem Schreiben vom 4. Februar heißt es auf eine Anfrage aus dem EU-Parlament:

Die Kommission ist der Ansicht, dass es bei ACTA darum geht, gegen umfangreiche illegale Aktivitäten vorzugehen, die oft von kriminellen Vereinigungen begangen werden, und die einen zerstörerischen Einfluss auf das Wachstum und die Beschäftigung in Europa haben…

In einem früheren, als ‘Fact Sheet’ bezeichneten Dokument der Kommission war noch von “kriminellen” und nicht von “illegalen” Aktivitäten die Rede, die bekämpft werden sollen. Der Autor schlussfolgert daraus, Read more

“Little Brother” als Hörbuch

von simoncolumbus um 17:16 am | 5 Kommentare

Cory Doctorow hat seinen Roman “Little Brother” unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht. Diese hat bereits die deutsche Übersetzung von Christian Wöhrl ermöglicht. Auf deren Basis hat Fabian Neidhart nun eine Hörbuch-Version eingesprochen.

Das Projekt ist heute mit den Nachworten zu seinem Ende gekommen. Das vollständige Hörbuch gibt es als ZIP-Archiv zum Download. Ein schönes Beispiel dafür, was freie Lizenzen ermöglichen!

Bundestag setzt Unterausschuss Neue Medien ein

von markus um 15:58 am | 5 Kommentare

Der Bundestag hat heute offiziell den Unterausschuss “Neue Medien” eingesetzt. Das war nur noch eine Formsache, nachdem uns alle Fraktionen Anfang Dezember bestätigt hatten, dass alle für die Einrichtung sind. Den Lacher des Tages bietet dabei die FDP. Diese verkündet in einer Pressemitteilung zur Einsetzung: “Parlament unterstreicht seine Web 2.0-Kompetenz“. Das muss man nicht weiter kommentieren.

Kippen die Konservativen bei SWIFT?

von markus um 0:35 am | 21 Kommentare

Die FAZ berichtet, dass die deutschen CDU/CSU.Europaabgeordneten bei der Abstimmung über das SWIFT-Abkommen am kommenden Donnerstag doch noch umfallen könnten: Doch noch Zustimmung für das Swift-Abkommen? Die deutschen konservativen Abgeordneten haben eine Schlüsselposition in der Abstimmung, da Linke, Grüne, LIberale und Teile der Sozialdemokraten geschlossen gegen das Abkommen stimmen wollen. Die Mehrheitsrolle haben aber die Schwarzen aus der EPP-Fraktion. Derzeit geben zwar viele konservative Abgeordnete auf Anfragen an, dass sie dagegen stimmen wollen. Wie man das aus der Politik und vor allem bei den Konservativen kennt, können diese noch kurz vor Schluß durch “Horse trading behind closed doors” umgestimmt werden.

Weber vermutet, dass ein Meinungsumschwung der Abgeordneten von CDU und CSU, die zur EVP-Fraktion gehören, reichen würde, um dem Abkommen eine Mehrheit zu sichern. Er wollte sich aber nicht dazu äußern, was er und seine Parteifreunde nun konkret von der amerikanischen Regierung oder den Regierungen der Mitgliedstaaten erwarten, die das Abkommen ausgehandelt haben. Die von ihm angesprochenen Punkte sind in einem geheimen Anhang geregelt, der dem Parlament nicht vorgelegt wurde. „Wir brauchen Antworten“, sagte Weber nur.

Es ist absolut notwendig und sinnvoll, dass Ihr nochmal bis Donnerstag konservative EU-Abgeordnete kontaktiert und sie darin bestärkt, gegen das SWIFT-Abkommen zu stimmen. Das erste Mal seit Jahren besteht auf EU-Ebene die Möglichkeit, gegen den Sicherheitswahn und für Freiheiten eine Mehrheit zu organisieren. Wichtig ist bei einer Kontaktierung, höflich und freundlich zu sein. Gute “zielgruppen-kompatible” Argumente können hier auch helfen. Das sind in diesem Fall vor allem Gefahr von Wirtschaftsspionage, Souveränität des EU-Parlaments und viele ungeklärte Fragen bei dem Abkommen. Telefon ist besser als eine Mail. Fragt sie, wie sie abstimmen wollen und schreibt das Ergebnis in die Kommentare. Wir können nach der Abstimmung herausfinden, wer noch umgefallen ist.

Bundesregierung will Zensursula-Gesetz – aber es nicht anwenden?

von Ralf Bendrath um 0:23 am | 26 Kommentare

Spiegel Online meldet gerade: “Schwarz-Gelb rückt von Internetsperren ab”. Es geht darum, das Zugangserschwerungsgesetz aus der großen Koalition, dem immer noch die Unterschrift des Bundespräsidenten fehlt, endlich auszufertigen. SpOn schreibt:

“Die gegenwärtige Bundesregierung beabsichtigt eine Gesetzesinitiative zur Löschung kinderpornografischer Inhalte im Internet”, heißt es in dem fünfseitigen Schreiben, das dem SPIEGEL vorliegt. Die Regierung will also ein Gesetz, aber ein anderes.

Man werde sich bis dahin “auf der Grundlage des Zugangserschwerungsgesetzes ausschließlich und intensiv für die Löschung derartiger Seiten einsetzen, Zugangssperren aber nicht vornehmen”, heißt es in der Stellungnahme des Bundeskanzleramts, die auf eine gemeinsam abgestimmte Position von Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) und Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) zurückgeht. “Die damit gemachten Erfahrungen werden in die Gesetzesinitiative einfließen.”

Wenn man das nüchtern liest, wollen sie also die Unterschrift von Bundespräsident Köhler, aber mit dem Versprechen, dass es vorläufig keine Anwendung der Sperr-Elemente geben wird. Damit wäre das Zensursula-Gesetz durch.

Später kann dann ja (wie vermutlich ursprünglich geplant) die Evaluation ergeben, dass sie diverse Seiten nicht löschen konnten und die Sperren daher sinnvoll sind, wenn auch in beschränkten Ausnahmefällen. Auf EU-Ebene wird ohnehin in diesem Kontext gerade diskutiert (Art. 14), dass man nur Seiten außerhalb der EU sperren lassen möchte.

Ohne ein sauberes Aufhebungsgesetz ist das daher alles noch nicht wirklich glaubwürdig, auch wenn die FDP und der neue Innenminister sich jetzt von SpOn feiern lassen.

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