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Mittwoch, 28. Dezember 2005

Rootkit - Sonys digitaler Hausfriedensbruch

Für unseren Vortrag auf dem 22. Chaos Communication Congress zum Thema “Sonys digitaler Hausfriedensbruch” haben wir uns mal die Entwicklungen rund um das Sony Rootkit in den letzten zwei Monaten angeschaut und eine Zeitleiste erstellt.

Hier findet Ihr mehr: Weiterlesen …

Offene Standards und seine Opfer

Traurig, aber wahr. Peter Quinn, der CIO von Massachusetts hat seinen Rücktritt erklärt. Peter Quinn war in die Schusslinie geraten, als er gefordert hatte, im E-Government für alle nutzbare Standards zu verwenden. Über die negativen Auswirkungen des Rücktritts bin ich mir noch nicht im Klaren. Ich befürchte jedoch zumindest einen psychologischen Schaden. Welche Person, in einer mit Peter Quinn vergleichbaren Position, wird sich in Zukunft noch trauen, Forderungen gegen die Lobby durchzusetzen?

Wer mehr zu dem Rücktritt lesen möchte:

Dienstag, 27. Dezember 2005

22. Chaos Communication Congress gestartet

Der 22. Chaos Communication Congress ist heute gestartet. Zum bloggen habe ich noch keine Zeit gefunden, das kommt in den nächsten Tagen aber wieder. Im Moment basteln wir noch an einem Videoblog, was morgen hoffentlich fertig ist. Dazu machen wir einige Interviews, die darin dann zu finden sein werden. Mal schauen, ob es wie geplant klappt.

Gleich werde ich zur unbarmherzigen Zeit von 23:00 Uhr mit Oliver Passek einen Vortrag zu “Digitale Bürgerrechte unter europäischen Beschuss” halten. Darin geben wir einen Überblicküber verschiedene EU-Richtlinien, die entweder noch in der Mache sind oder auf eine nationale Umsetzung warten. Morgen gehts dann um 17:00 Uhr weiter mit einer Stunde “Sony BMGs digitaler Hausfriedensbruch“. Hier schauen wir uns die Markteinführungskampagne des SonyBMG-Rootkit genauer an. Der letzte Vortrag ist dann am Freitag um 12:00 Uhr zusammen mit Robert Guerra und Ralf Bendrath zum Thema “WSIS - The Review“.

Erstmalig gibt es auch die Möglichkeit, den Vorträge online zu lauschen. Diese Seite gibt einen Überblick über verschiedene Streaming-Möglichkeiten.

Sonntag, 25. Dezember 2005

Filesharing 2005: Gewinner und Verlierer

Das Filesharing-Magazin Slyck hat die Gewinner und Verlierer im Jahre 2005 im Bereich Filesharing benannt: File-Sharing Winners and Losers of 2005. Zu den Gewinnern gehören Bittorrent, Apple, Limewire, Open Source P2P und The Pirate Bay. Zu den Verlieren werden die RIAA, Grokster, Sharman Networks, SonyBMG und Pay P2P gezählt.

Passend dazu ist auch ein Artikel bei der BBC, wo Analysten vermuten, dass der Trend im Jahre 2006 zunehmend von DRM in Richtung MP3 gehen wird: New tune for digital music in 2006. Ich bin in dieser Frage zwar pessimistisch und skeptisch, lasse mich aber gerne überraschen.

Samstag, 24. Dezember 2005

Creative Commons Weihnachtssongs

Wer auf Weihnachtssongs steht, findet im Weblog von Uwe Hermann 111 Links zu Songs mit weihnachtlichem Inhalt, die unter einer Creative Commons Lizenz veröffentlicht wurden: 10 + 100 Creative Commons Christmas Songs.

Überraschung: NSA überwacht das Internet

Passend zum Weihnachtsfest wartet die New York Times mit einer bahnbrechenden Entdeckung auf: Die National Security Agency (NSA) soll doch tatsächlich das Internet überwachen.

Heise berichtet über den Text der New York Times, welcher nur mit Registrierung zu lesen ist: US-Geheimdienst überwachte Internet-Kommunikation.

Der Geheimdienst hat nach Informationen des Blattes in Zusammenarbeit mit einigen der größten Telefon- und Internetfirmen Zugriff auf Verbindungsknoten erhalten, über die amerikanische und internationale Netzwerke miteinander verzahnt sind. Nach Angaben eines ehemaligen Geheimdienstmitarbeiters hat die amerikanische Regierung in den vergangenen Jahren die Internet-Firmen ermutigt, den internationalen Datenfluss über in den USA angesiedelte Knotenpunkte laufen zu lassen. Damit sollten die technischen Möglichkeiten des Geheimdienstes erweitert werden. Die amerikanischen Geheimdienste hätten traditionell sehr gute Beziehungen zu Telefon- und Computerfirmen, heißt es weiter.

Mich verwundert die News, da das Europaparlament dies schon vor fünf Jahren in dem Echelon-Untersuchungsausschuss festgestellt hat. Den Abschlussbericht interessierte aber niemanden mehr, da dieser eine Woche nach dem 11. September 2001 veröffentlicht wurde. Positiver Nebenaspekt des Kampfes gegen den Terror ist ja auch noch, dass man nun in den USA weiter ungeniert Industriespionage betreiben kann, ohne dass sich jemand beschwert.

Bei BoingBoing gibts auch eine Anleitung, wie man selbst überprüfen kann, ob die eMail-Kommunikation überwacht wird: Experiment to see if your mail is being tapped by the gov’t.

1. Set up a Hotmail account.

2. Set up a second email account with a non-U.S. provider. (eg. Rediffmail.com)

3. Send messages between the two accounts which might be interesting to the NSA.

4. In each message, include a unique URL to a Web server that you have access to its server logs. This URL should only be known by you and not linked to from any other Web page. The text of the message should encourage an NSA monitor to visit the URL.

5. If the server log file ever shows this URL being accessed, then you know that you are being snooped on. The IP address of the access can also provide clues about who is doing the snooping.

The trick is to make the link enticing enough for someone or something to want to click on it. As part of a large-scale research project, I would suggest sending out a few hundred thousand messages using various tricks to find one that might work.

Allerdings wird noch der Hinweis gegeben, dass man dies nur ausprobieren sollte, wenn man nicht unbedingt in den nächsten Jahren in die USA einreisen will. Ansonsten dürften einige Probleme an der Grenze zu erwarten sein.

Auch die Futurezone berichtet: NSA überwacht Netz-Verbindungsknoten.

Update: Nun auch Florian Rötzer bei Telepolis: Der Abhörskandal weitet sich aus.

Freitag, 23. Dezember 2005

Weihnachtslektüre: ICQ-Policy nimmt Copyright an Chats

Mit einem Instant Messenger können Menschen im Netz schnell Dateien und kurze Botschaften, meist in Form von Chats, untereinander austauschen. Ob Freizeit oder Geschäft - oft werden sehr private Dinge besprochen.

Aus der Policy des Instant Messengers ICQ aus den USA geht hervor, dass NutzerInnen nicht das Copyright an den Botschaften, die verschickt werden, besitzen. Einige Zeilen zuvor müssen sie zustimmen, dass sie selbst in ihren Äußerungen nicht das UrheberInnenrecht verletzen. Ebenso willigen sie ein, sich nicht über die ICQ privacy and security features hinweg zu setzen.

Die Abtretung der Copyrights an eigenen Chatnachrichten ist wiefolgt verklausuliert:

You agree that by posting any material or information anywhere on the ICQ Services and Information you surrender your copyright and any other proprietary right in the posted material or information. You further agree that ICQ Inc. is entitled to use at its own discretion any of the posted material or information in any manner it deems fit, including, but not limited to, publishing the material or distributing it.

Demnach dürfte, wer in einer Biographie online diskutierte Beziehungsstreitigkeiten abdrucken will, Lizenzgebühren an ICQ bezahlen.

Wo diese Nutzungsbedingungen nun schon viereinhalb Jahre gelten, verbleibt an diese Stelle nur noch ein freies Instant Messenger Protokoll, wie Jabber zu empfehlen, für es auch viele Clients als Freie Software gibt. Jabber kann auch verschlüsseln. Frohes Fest.

The ICQ system and the methodology of its operation are protected by US patent No. 6,449,344

Donnerstag, 22. Dezember 2005

Webmontag in Berlin

Nachdem letzten Monat in Köln der erste Webmontag stattfand, wollen wir diesen nun auch in Berlin veranstalten. Der erste Termin ist am Montag, den 16. Januar 2005 um 19 Uhr bei uns im newthinking store in der Tucholskystr. 48. Das übergreifende Thema ist “Web 2.0″. Weitere Infos folgen noch. Bis dahin finden sich alle News im Webmontag-Wiki.

Update: findetim newthinking store statt.

 

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