Günther Beckstein wurde vom ZEIT-Zünder u.a. zum Thema „Killerspiele“ interviewed: „Auch im Netz gibt es Grenzen“.
Der Koalitionsvertrag zwischen SPD und Union sieht vor, die sogenannten „Killerspiele“ unter ein Totalverbot zu stellen…
Das war mir ein ganz persönliches Anliegen. Ich habe mir von meinen Mitarbeitern Spiele zeigen lassen, bei denen Menschen geschlachtet werden wie Tiere. Bei denen man mit Handgranaten auf Leute wirft und dann beobachten kann, wie diese Menschen in scheußlichster Weise verletzt werden. Dass solche Killerspiele die Hemmschwelle gegen Gewalt herabsetzen, ist für mich eindeutig, auch wenn wissenschaftliche Belege hierfür noch umstritten sind. Es reicht nicht, solche Spiele nur mit Verleihverboten zu belegen. Die lassen sich ja billig reproduzieren und unter der Hand weitergeben. Dann kauft es der 22-jährige und gibt es seinem 16-jährigen Bruder. Ich kenne die rechtlichen Probleme, aber wir wollen das verbieten, weil es eine abstumpfende und gewaltfördernde Wirkung hat. Wir können nicht werktags so etwas zulassen und uns dann sonntags über die zunehmende Gewalt beklagen.
Ein Großteil junger Menschen bezieht sich die Spiele ohnehin aus dem Netz.
Das ist richtig, aber schauen Sie sich das Thema Kinderpornographie an. Auch hier ist heute das vorwiegende Medium das Internet und trotzdem greift das Verbot. Kinderpornographische Angebote werden wegen ihrer Strafbarkeit viel weniger genutzt, als wenn sie frei auf dem Markt verfügbar wären.
Abgesehen davon, dass ich die Idee aus verschiedenen Gründen schwachsinnig und unnötig finde, frage ich mich gerade, was der Vergleich mit Kinderpornographie soll. Soll das Verbot ähnlich wie bei Kinderpornographie durchgesetzt werden? Also polizeiliche Ermittlungen, Razzien in Kinderzimmern (und nicht nur dort), Knast für den Besitz von Counterstrike & Co?
Morgen diskutiere ich u.a. über das Thema mit Malte Behrmann vom Computerspiele-Entwicklerverband „G.A.M.E. Bundesverband“ im Rahmen der monatlichen Digital Game Archiv Veranstaltungsreihe: Politikum Computerspiel.