Aus der Reihe „Politiker aus Deutschland im verbalen Amoklauf“: Uwe Schünemann, 42, CDU-Innenminister von Niedersachsen und populistischer Hardliner in der „Killer-Spiel“-Debatte wurde vom Stern genau dazu befragt . In dem Interview gibt der Computerspiel-Experte Schünemann wieder, was ihm mal kurz zur Begutachtung und Meinungsbildung zum Thema vorgelegt wurde:
„Offenbar haben Sie sich noch kein „Killerspiel“ angeschaut, sonst würden Sie nicht eine solch naive Gleichstellung mit einem James Bond herstellen. Das ist eine ganz andere Qualität. Bei den „Killerspielen“ geht es darum, dass die Spieler selbst zum Töten animiert werden. Sie müssen auf einen Knopf drücken. Dadurch wird etwa ein Arm mit einer Kettensäge abgetrennt. Diese Handlung wird zudem positiv bewertet, wenn man sein Opfer zuvor quält. Fürs Arm-Abtrennen gibt es 100 Punkte, fürs Kopf-Abtrennen 1000 Punkte. Das ist pervers und gehört sofort verboten.“
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Dann wird im „Killerspiel“ sozusagen nur nebenbei gefoltert und getötet? Das ist pervers. Wenn Sie sich ansehen, was in den Spielen tatsächlich verlangt wird und wie man dort agieren muss, kann ich diese Position nicht nachvollziehen.
Dumm nur, dass meines Wissens nach auf dem deutschen Markt ein solches Spiel nach der jetzigen Jugendschutz-Gesetzgebung gar nicht gibt. Foltern verletzt übrigens die Menschenwürde, was man als Innenminister eigentlich wissen sollte, und solche Spiele dürfen gar nicht vertrieben werden. Aber man kann ja trotzdem mal ein Verbot fordern, kriegt ja eh keiner mit… Der Killer-Experte ist übrigens Mitglied im „Sportschützen-Club Holzminden“. Da weiss man sofort, wieso er populistisch hinter den „Killerspielen“ her ist. Die Debatte lenkt prima davon ab, dass (potentielle) Amokläufer in Schützenvereinen an richtigen Waffen ausgebildet und trainiert werden.
Demnächst soll es sogar Razzien geben. Natürlich nicht bei Mitgliedern von Schützenvereinen. Ein tolle Gelegenheit für Schüler, ungebliebte Mitschüler anzuschwärzen:
Frage: Demnächst müssen also alle Spieler mit Razzien zu Hause rechnen?
Antwort:Natürlich. Diejenigen, die die brutalen, verbotenen Spiele spielen, müssen damit rechnen, dass sie dingfest gemacht werden. Das halte ich auch für richtig.
Das ist doch alles nur noch surreal, oder? Falls jemand doch ein solches Spiel kennt, wo gefoltert wird und was auf dem deutschen Markt legal erhältlich ist, lass ich mich gerne korrigieren.
(Seine Webseite ist übrigens alles andere als behindertenfreundlich und technisch/designmässig grauenhaft umgesetzt.)