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Linux verändert Indien

von carsten raddatz um 3:26 am Freitag, 29. Dezember 2006 | 8 Kommentare

Ich schaffs ja wieder nicht zum 23C3, kann manches aber auch bei der Tagesschau nachlesen. Atul Chitnis hat einen Vortrag gehalten darüber, dass Linux Indiens Landschaft umgekrempelt hat: “Hacking a Country: FOSS in India”. In der ARD liest sich das so:

In der indischen Öffentlichkeit wurde das Phänomen Linux jedoch kaum wahrgenommen, bis es Chitnis und seinen Mitstreitern 1999 gelang, einen Pavillon auf einer großen IT-Messe in Bangalur zu ergattern. Die Präsentation wurde zum Highlight der Veranstaltung im indischen Silicon Valley: In drei Tagen kamen 150.000 Interessenten, selbst die Rekrutierungsstände von US-Softwareunternehmen konnten keinen derartigen Zulauf verzeichnen.

Spätestens seit diesem Event galt Linux in Indien als etabliert: Die Universitäten und auch die Regierung begannen sich für das Betriebssystem und die kostenlose Open-Source-Software zu interessieren. Im akademischen Bereich ist es quasi zum Standard geworden: Viele Schulen haben Linux in den Lehrplan aufgenommen, einige Universitäten verlangen sogar, dass Abschlussarbeiten in Informatik den Open-Source-Kriterien entsprechen müssen. Es gab sogar Überlegungen der Regierung, Linux bei Ausschreibungen als verbindliches Betriebssystem festzulegen – eine Einschränkung, die sogar Chitnis zu weit ging: “Wir wollten kein neues Monopol schaffen.” Da es in Indien Dutzende Sprachen und Schriften gibt, wurden entsprechende Linux-Versionen entwickelt. Ein Nebeneffekt: Indische Informatiker wurden so zu international anerkannten Experten für die Lokalisierung von Software.

Das zeigt exemplarisch vor welchem Paradigmenwechsel sich Microsoft immer fürchtet.

Kommentare

8 Kommentare zu “Linux verändert Indien”

  1. eckes
    Dez 29th, 2006 @ 15:06

    Was so ein Stand auf einer IT Messe bewirken kann. Muss daran liegen dass es in Indien kein Internet gibt?!

  2. Till Westermayer
    Dez 29th, 2006 @ 16:33

    Natürlich gibt’s auch in Indien Internet. Was anders ist, sind m.E. zwei bis drei Dinge: erstens können sich viele derer (Privatpersonen + Institutionen), die sich überhaupt Computer leisten können, nicht unbedingt auch die MS-Software leisten. Und zweitens kam Linux zum richtigen Zeitpunkt, nämlich bevor eh alle einen Win-Computer zu Hause stehen hatten und sich dran gewöhnt hatten. Drittens könnte es daran liegen, dass die Unterstützung für die diversen Regionalsprachen und -schriften gut zu einem leicht modifizierbaren System passt — wenn Microsoft etc. Sprache X nicht unterstützen, ist es relativ einfach möglich, ein lokalisiertes Linux-System in Sprache X auf den Markt zu bringen. Just my two cents.

  3. not_you
    Dez 30th, 2006 @ 16:41

    Das ist mal eine richtig erfreuliche News!
    Hab gar nicht gewusst, dass die Inder so auf Linux abfahren. Es scheinen ja auch immer mehr Behörden und Städte umzusteigen.

    Mal schauen wie sich Microsoft zu Wehr setzt (Linuxer wegen irgendwelchen Patenten verklagen?).

  4. Linux verändert Indien « OpenSource ist Freiheit
    Dez 31st, 2006 @ 14:27

    [...] Hier das Original [...]

  5. keimform.de » Bericht vom CCC
    Dez 31st, 2006 @ 16:56

    [...] Den Vortrag von Atul Chitnis (der auch schon auf der WOS 4 war) über “Hacking a Country: FOSS in India”, habe ich verpasst, so dass ich nicht weiß, ob sich im Vergleich zur WOS (damals: “in ganz Indien gibt es nur 7 FS-Entwickler/innen!”) ein größeres Delta ergeben hat; Berichte gibt es aber bei der Tagesschau und bei Netzpolitik. [...]

  6. Zappis Welt
    Mrz 1st, 2007 @ 0:00

    Microsoft in schwerer See…

    Hoch schlagen die Wellen über den Bug der MS Microsoft zusammen. Der Steuermann sucht seinen Schutz hinter vorgefertigten Pressemeldungen und gekauften Studien. Aber es nützt nichts, der Klabautermann in Gestalt der IT-Medien und OpenSource Freunde k…..

  7. Andreas
    Mrz 4th, 2007 @ 16:03
  8. Andreas
    Mrz 4th, 2007 @ 16:04

    schöne Nachrichten auch aus Venezuela hierzu:
    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24576/1.html

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