Die Deutsche Telekom hat nach Spiegel-Informationen ein Jahr lang die Telefonverbindungsdaten von Aufsichtsräten und Managern des eigenen Unternehmens überwachen lassen. Die Datensätze wurden nach Verbindungen zu Journalisten untersucht. Anscheinend suchte man undichte Stellen im Konzern. Der Kollateralschaden:
In einem Fax der Firma, das vor wenigen Wochen erste interne Ermittlungen bei der Telekom auslöste, heißt es: Ziel der Spähoperationen „Clipper“, „Rheingold“ und einiger anderer „Nebenprojekte“ sei die „Auswertung mehrerer hunderttausend Festnetz- und Mobilfunk-Verbindungsdatensätze der wichtigsten über die Telekom berichtenden deutschen Journalisten und deren private Kontaktpersonen“ gewesen. In das Büro eines Wirtschaftsjournalisten soll sogar ein „Maulwurf eingeschleust“ worden sein, der über Monate „direkt an die Konzernsicherheit“ der Telekom berichtet habe, hieß es in dem dreiseitigen Fax, das dem SPIEGEL vorliegt.
Dies kann man alles mit den Verbindungsdaten anstellen, die von der Vorratsdatenspeicherung betroffen sind. Mal schauen, was da noch alles herauskommt. Bei der Telekom ist mannatürlich „tief erschüttert“. Die betroffenen Journalisten sind wahrscheinlich nicht erfreut, dass die Telekom einfach mal so mit der Pressefreiheit rumspielt und die eigenen Kunden-Datensätze für sowas nutzt.