Gleich mal vorweg: Ich habe keine Ahnung, was genau in dem Blogbeitrag stand, der Auslöser für die folgende Geschichte war. Ich weiß nicht, was „Trainer Baade“ ursprünglich geschrieben hatte und ob ein juristisches Eingreifen nötig war. Alles, was ich über den Vorfall weiß, habe ich aus Kai Pahls Sportblog „allesaussersport“. Vielleicht reicht das schon.
Kai Pahl, den ich nicht nur für vertrauenswürdig halte, sondern von dem ich auch annehme, dass er sich nicht derart weit aus dem Fenster lehnen würde, wenn er die Geschichte nicht überprüft hätte, schreibt:
Die Art und Weise wie der Sportartikelhersteller JAKO AG und die Rechtsanwaltskanzlei Horn & Kollegen derzeit gegen den Fußballblogger Trainer Baade vorgehen, stellt für mich einer der Tiefpunkte dar, die ich in meinen 8–9 Jahren Bloggerei und Schreiberei über Blogs erlebt habe […] Am Anfang stand ein Blogeintrag von Trainer Baade, Mitte April, einzelnd von 102 Lesern aufgerufen, inkl. Besucher der Homepage und von Feedabonnenten vielleicht von summasummarum 400 Besuchern gelesen. Die Eskalationsstufe 1 begann mit einer Abmahnung über 1.085 Euro im Mai. Nicht ganz vier Monate später ist die Angelegenheit inzwischen zu einer Vertragsstrafe von 5.100,- Euro hoch eskaliert, obwohl Trainer Baade den Blogeintrag zügig heruntergenommen hat und obwohl eine von Trainer Baade noch im Mai abgegebene Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung von der Gegenseite akzeptiert wurde.
5.100 Euro? Richtig gelesen. Obwohl sich der abgemahnte Blogger nach Darstellung von Kai Pahl kooperativ verhalten hat, sieht er sich mit einer Strafe von 5.100 Euro konfrontiert. Auslöser, und nun wird es ein klein wenig aberwitzig, ist nicht etwa eine Veröffentlichung – für die hat der Blogger bereits gezahlt – oder ein als geschäftsschädigend empfundener Kommentar im Blog von „Trainer Baade“, sondern die Übernahme des ursprünglich streitgegenständigen Beitrags durch einen tschechischen Newsaggreator! Sprich: Da hat jemand (automatisiert) einen Blogbeitrag abgegriffen und auf einer Seite veröffentlicht, die sich dem Einfluss des ursprünglichen Autoren entzieht.
Den gegnerischen Anwälten scheint dies egal zu sein. Wenn ich Kai richtig verstehe, soll „Trainer Baade“ nun die in der Unterlassungserklärung vereinbarte Vertragsstrafe zahlen, weil Dritte seinen längst gelöschten Beitrag weiterverbreiten. Klingt unglaublich? Ja. Ist juristisch nicht zu halten? Auch das. Die Sache hat dummerweise einen Haken. Kai Pahl schreibt:
Jedem dem ich bislang von der Story erzählt habe, versichert mir: mit der Newsaggregatoren-Geschichte werden die nicht vor Gericht durchkommen. Dazu müsste es aber zu einem Prozeß kommen und dazu müsste Trainer Baade die Ressourcen besitzen um so ein Ding auszufechten. Er hat sie aber nicht. Für ihn war schon die erste Abmahnung über 1.085 Euro nicht mehr seine Kragenweite. 1.940,- Euro jenseits von Gut und Böse und 5.100,- plus x Euro Lichtjahre über existenzgefährdend hinaus. Er kann diesen Prozeß nicht führen.
Weiter bei „allesaussersport“.
PS: Siehe auch „Wie man in Suchmaschinen weit nach vorne kommt – und sich dabei die Reputation ruiniert. Der Sportartikel JAKO.“ bei meinem persönliche Lokalsportexperten ker0szene.