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Erster Fall von Wahlmanipulation mit Wahlcomputern

von Ralf Bendrath um 19:26 am Freitag, 20. März 2009 | 14 Kommentare

Wir haben ja immer davor gewarnt, dass das möglich ist. Nun wurde offenbar eine Wahlfälscher-Bande zum ersten Mal dabei erwischt , wie Techdirt meldet :

[I]t appears that a group of Kentucky election officials, the circuit court judge and the county clerk, were arrested for changing votes in various elections between 2002 and 2006 on e-voting machines. The details suggest that there were two parts to the vote changing. First, there was traditional vote buying — where they paid people to vote in a certain way. However, the second involved actually changing voters’ votes on ES&S e-voting machines.

It didn’t involve any hacking or direct security flaws — but the elections officials made use of the confusing user interface and process of the e-voting machines to trick voters into leaving before their votes had been cast. That’s because there’s a "vote" button, that some people (silly them!) assumed meant they actually voted . Nope. It turns out that just gets you to a page to review your vote and then confirm it. However, these elections officials told people that once they hit vote they had voted — and were then able to go in and change the actual votes.

Die haben also offenbar nur die verwirrende Nutzeroberfläche ausgenutzt und die Rechner nicht wirklich manipuliert. Aber mit Papier und Stift wäre das eben nicht möglich gewesen. Viele Wahlbeobachtungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass Wahlcomputer viele, besonders ältere, Menschen verunsichern und oft mindestens dazu führen, dass das Wahlgeheimnis unterlaufen wird (hier nur ein Beispiel ). Mit entsprechender krimineller Energie kann man das natürlich nutzen, um die Stimmen zu manipulieren.

Insofern würde ich auch die Aussage von Techdirt – "it didn’t involve any hacking or direct security flaws" – so nicht übernehmen. "Sicherheit" von technischen Geräten ist nämlich nicht nur die Integrität der Technik, sondern auch die Vertraulichkeit und Verlässlichkeit der Interaktion mit dem Benutzer.

Update: Hier gibt es eine ausführliche Geschichte dazu, und die Anklageschrift ist jetzt auch verfügbar.

Kommentare

14 Kommentare zu “Erster Fall von Wahlmanipulation mit Wahlcomputern”

  1. martin
    Mrz 20th, 2009 @ 21:53

    Es gab einen ähnlichen Fall bei einer Kommunalwahl 2006 im holländischen Landerd-Zeeland. Ein als Wahlhelfer tätiger Kandidat soll viele Stimmabgaben unbemerkt verhindert und dann für sich selber gestimmt haben.

    http://en.wikipedia.org/wiki/Nedap#Corrupt_election_official

  2. Anti-Zensur
    Mrz 20th, 2009 @ 23:03

    Offtopic, sollte aber im neuesten Beitrag von Netzpolitik.org zu finden sein:
    Aktuell scheint aus Deutschland Wikileaks nicht mehr erreichbar zu sein.
    Entweder wird eine Fehlermeldug ERROR 503 angezeigt oder die Verbindung wird noch beim Aufbau vom Sever zurückgesetzt, also die Verbindung unterbrochen.
    Die Website/das Tool “Downforeveryoneorjustforme” gibt nach erneuten Zugangsversuchen die Meldung aus, Wikileaks sei auch für andere Surfer nicht erreichbar.
    Allerdings funktioniert Euer neulich hier gesetzter Link auf die WL-Seite mit der australischen Sperrliste. Von dieser Seite allerdings funktionieren wiederum die Links auf andere Seiten von Wikileaks nicht.

    Neuer Fall von Netz-Zensur und Access Blocking?
    Wäre interessant zu erfahren, ob Ihr oder Eure Leser mehr dazu sagen könnt!

  3. Olli
    Mrz 21st, 2009 @ 0:41

    Und ich dachte eben schon, Barack muss wieder aus dem Weißen Haus. Nochmal glück gehabt

  4. Torsten
    Mrz 21st, 2009 @ 10:54

    Ralf: Natürlich sind ähnliche Strategien bei Papier möglich.

    Anti-Zensur: Wikileaks hat derzeit enorm viel Traffic und zu wenige Server. Es ist schlichtweg Überlastung, keine Zensur. Du kannst Geld spenden, um mehr Server anzuschaffen.

  5. wobble
    Mrz 21st, 2009 @ 12:22

    @Torsten: wieso ist Wiki-Leaks eigentlich zentral gehosted? Wäre es nicht auch möglich, dass auf OFF zu hosten? Ich denke mal das sind dort alles Dokumente, die später nie geändert werden sollen. Dafür ist doch OFFSYSTEM ideal.

  6. Wahlfälschung mit Wahlcomputern als Komplizen | Piratenpartei Brandenburg
    Mrz 21st, 2009 @ 13:00

    [...] davor gewarnt, dass eine Wahlfälschung durch Wahlcomputer erleichtert werden könnte. Nun ist ein erster Fall einer solchen Manipulation bekannt [...]

  7. Torsten
    Mrz 21st, 2009 @ 13:58

    wobble: Das musst Du schon Wikileaks fragen. Aber wie der Name schon sagt, ist das Grundprinzip ein Wiki. Ein völlig dezentrales System scheidet daher aus. Und AFAIK hat Wikileaks schon verteilte Ressourcen.

  8. Die Erklaerung
    Mrz 21st, 2009 @ 16:39

    Ist halt alles noch in den Kinderschuhen. In fünf bis zehn Jahren wird man über diesen Artikel herzlich lachen. Ärgerlich ist das ganze schon, aber wer garantiert für korrekte Stimmzettelauszählungen?

  9. links for 2009-03-21 « partikelfernsteuerung
    Mrz 21st, 2009 @ 20:00

    [...] Erster Fall von Wahlmanipulation mit Wahlcomputern : netzpolitik.org In den USA wurden komplizierte Computerwahlen manipuliert. Es lebe die älteste Benutzeroberfläche der Welt: Zettel und Stift. (tags: wahl,demokratie,interface) Keine Kommentare bis jetzt Einen Kommentar schreiben RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag. TrackBack URI Einen Kommentar schreiben Antworten abbrechen. Zeilen- und Absatzumbrüche automatisch, E-Mail-Adresse wird nicht angezeigt, HTML-Tags zulässig: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong> [...]

  10. keine experimente» E-Voting Wahlrecht » Ihre Stimme wurde (nicht) gezählt
    Mrz 22nd, 2009 @ 16:50

    [...] Das mag alles darauf zurückzuführen sein, dass die örtlichen Wahlleiter und Wahlhelfer der Technik ebenso hilflos gegenüberstehen wie zahlreiche Wähler. Dass dies aber auch bewusster Stimmmanipulation Tür und Tor öffnet, zeigt ein aktueller Fall aus den USA: [...]

  11. Wahlcomputer: Manipulationen und Programmierfehler « papierwahl.at - Kritik an E-Voting
    Mrz 23rd, 2009 @ 21:39

    [...] Man hat also die verwirrende Nutzeroberfläche der Wahlcomputer ausgenutzt, um die Wähler in dem Glauben zu lassen, sie hätten ihre Stimme bereits abgegeben. [via netzpolitik] [...]

  12. Wahlcomputer: Manipulationen und Programmierfehler « murdelta
    Mrz 23rd, 2009 @ 21:45

    [...] Man hat also die verwirrende Nutzeroberfläche der Wahlcomputer ausgenutzt, um die Wähler in dem Glauben zu lassen, sie hätten ihre Stimme bereits abgegeben. [via netzpolitik] [...]

  13. Links 95 « FreiheIT-Blog
    Mrz 26th, 2009 @ 4:29

    [...] Erster Fall von Wahlmanipulation mit Wahlcomputern (Netzpolitik) [...]

  14. Erste bestätige Wahlcomputermanipulation « Netzfreiheit.de
    Mrz 28th, 2009 @ 7:04

    [...] Nun gibt es den ersten bestätigten Wahlcomputermanipulationsfall. [...]

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