Spanien hat jetzt auch eine Netzzensur-Diskussion. Anders als in Deutschland wollte man dort aber keine Webseiten mit Kinderpornographie sperren, sondern gleich Seiten, die Urheberrechte verletzen. Die Futurezone hat einen dpa-Artikel dazu veröffentlicht: Streit über Internet-Sperrgesetz in Spanien.
Die Initiative sieht vor, ohne richterliche Anordnung Websites sperren zu lassen, die das illegale Kopieren von Musik, Filmen oder Software ermöglichen. User, Betreiber von Online-Portalen und auch Journalisten kritisierten das Vorhaben als Verstoß gegen die Informations- und Meinungsfreiheit. Angesichts der Proteste ist die Regierung nach Medienberichten vom Freitag zum Einlenken bereit.
Nach einem Aufschrei in der Blogosphäre rudert die spanische Regierung jetzt zurück und gelobt Verbesserungen. Im ursprünglichen Plan des Kulturministeriums sollte eine Kommission die Netzzensur-Infrastruktur beaufsichtigen und Nutzer dieser Seiten sollten ermittelt werden.
Spanische Blogger haben ein Manifest veröffentlicht, was hier in der Google-Übersetzung zu lesen ist: „In defense of fundamental rights on the Internet“.
Update: Markus Trapp hat viele Infos im Cibera-Blog zusammengefasst: El Manifiesto: Wogen im Web in Sachen Ley Antipirata.