Nebenan gibt es zwei interessante Updates zu den Abmahnungen von Dawanda-Usern durch den Outdoorausrüster Jack Wolfskin. Zum einen eine Zusammenfassung der Ereignisse vom Wochende, zum anderen hat Werbeblogger Roland Kühl‑v.Puttkamer heute Nachmittag mit Claudia Helming, Gründerin und Geschäftsführerin bei Dawanda, telefoniert:
Nach ihren Angaben beschäftigt sich Dawanda schon intensiv seit über zwei Wochen mit der “Jack Wolfskin”-Thematik; kein Tag verging, ohne dass man zu dieser Frage im Innenverhältnis “Dawanda-Jack Wolfskin” das Gespräch gesucht und den Versuch unternommen hätte, Schaden von den Dawanda-Usern abzuwenden.
Das ist in etwa, was ich mir auch bei Nico Lumma in den Kommentaren gewünscht hatte:
AGB und Teilnahme am Geschäftsverkehr hin oder her, von einem “Enabler”, der eine Verkaufsplattform bereitstellt, die sich wie Dawanda bewußt auch und gerade an Amateure ohne kaufmännischen Background wendet, erwarte ich einen anderen Support als von einer Plattform für Kaufleute. […] Das hat für mich was mit Verantwortung zu tun (Tatsächlich halte ich eine aktive Mittlerrolle im social commerce sogar für elementar), da kann man sich nicht hinter AGB verstecken.
Leider scheinen die Verhandlungen zwischen Dawanda und Jack Wolfskin bisher nur zum Teil erfolgreich im Sinne der betroffenen „Bastelmuttis“ verlaufen zu sein:
Aus diesem Grund wurde auch der Aufforderung von Jack Wolfskin (JW) im Schreiben an Dawanda entsprochen und gut 40! markenrechtlich beanstandete Produkte der Nutzergemeinde aus den Dawanda-Shops umgehend entfernt.
Dass nun trotz umgehender Löschung denoch mindestens 6 Dawanda-Nutzer eine kostenpflichtige Abmahnung erhielten, verwunderte Dawanda. […]
Update: Eine weitere Zusammenfassung inkl. Stellungnahme von Jack Wolfskin gibt es bei Spiegel Online. Ach, da der Einwand, Jack Wolfskin müsse seine Marke gegen Verwässerung durch „ähnliche Drittzeichen verteidigen“ auch schon hier in den Kommentaren kam: Das ist grundsätzlich richtig. Allerdings stellt sich auch in einem solchen die Frage, welche Gefahr für die Marke überhaupt von einer stilisierten Katzenpfote ausgeht. Meiner Meinung nach keine, bei Jack Wolfskin sieht man das anders. Selbst wenn man eine Gefährdung bejaht, ist eine kostenpflichtige Abmahnung – wie auch Konrad Lischka bei SpOn schreibt – eben nur eine Möglichkeit das Problem aus der Welt zu schaffen:
Ein freundliches Schreiben, das die Problematik erklärt und die Betroffenen bittet, ihre Muster anders zu gestalten, wäre ausreichend. Wer darauf nicht reagiert, kann immer noch abgemahnt werden.
So ein Schreiben mit dem Hinweis auf die Markenproblematik wäre besserer Stil als eine Abmahnung mit Kostennote ohne Vorwarnung.