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ACTA: finale Version

Am Wochenende wurde die finale Version des Anti-Counterfeit-Trade Agreement (ACTA, download hier) verfasst, die nun den beteiligten Regierungen zum Durchwinken vorgelegt werden soll. Wie berichtet hat das EU-Parlament dafür schon so gut wie einen Blankoscheck ausgestellt. Zu einer der letzten Änderungen gehört die Selbstverständlichkeit (!?) dass Urheberrechtsverletzungen nur dann in einem Partnerland verfolgt werden können, wenn…

  • Linus Neumann

Am Wochenende wurde die finale Version des Anti-Counterfeit-Trade Agreement (ACTA, download hier) verfasst, die nun den beteiligten Regierungen zum Durchwinken vorgelegt werden soll. Wie berichtet hat das EU-Parlament dafür schon so gut wie einen Blankoscheck ausgestellt.

Zu einer der letzten Änderungen gehört die Selbstverständlichkeit (!?) dass Urheberrechtsverletzungen nur dann in einem Partnerland verfolgt werden können, wenn sie auch dort nach geltendem Recht einen Gesetzesverstoß darstellen. Den Vertragsparteien bleibt es außerdem großzügigerweise selbst überlassen, ob sie Privatpersonen bei Grenzüberschritten kontrollieren wollen (die viel gefürchteten iPod-Kontrollen).

Doch bei ACTA geht es nur am Rande um Gängeleien der Bürger zur Zusicherung des „geistigen Eigentums“ von Musiklabels und Software-Konzernen:  Insbesondere die Organisation Ärzte ohne Grenzen warnt seit langer Zeit unermüdlich vor den verheerenden Auswirkungen auf den Generika-Handel: Die Gesundheitsversorgung von Millionen von Menschen in Entwicklungsländern droht mit ACTA dem goldenen Kalb des geistigen Eigentums geopfert zu werden.

Insbesondere geht es um die antiretrovirale Therapie von HIV: In den armen Ländern, wo die meisten HIV-Infizierten Menschen leben, sind diese Medikamente nur erhältlich, weil in Indien kostengünstige Generika produziert werden. Für den Anspruch der westlichen Konzerne auf geistiges Eigentum bringen die Erkrankten dort ungefähr genau so viel Verständnis auf, wie die Konzerne für deren Recht auf medizinische Versorgung.

ACTA legt nun fest, was das höhere Gut ist.

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Ärzte ohne Grenzen haben die Kampagne „Europe! Hands off our medicine“ gestartet, und rufen dazu auf, sich an die EU-Kommission zu wenden.

Über die Autor:innen

  • Linus Neumann

    Dipl.-Psych. Linus Neumann war seit 2010 mehrere Jahre Mitglied der Netzpolitik-Redaktion und ist einer der Sprecher des Chaos Computer Clubs. Zusammen mit Tim Pritlove macht er den wöchentlichen Podcast Logbuch:Netzpolitik. Er arbeitet in Berlin bei einem Unternehmen im Bereich der IT-Sicherheit. Ab und an twittert er ein bisschen Unsinn. Per E-Mail erreicht man ihn hier.


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6 Kommentare zu „ACTA: finale Version“


  1. […] This post was mentioned on Twitter by netzpolitik, 361GRAD, Richie_FS, Miss Bong, j0n4th4n and others. j0n4th4n said: Warum #ACTA tatsächlich Menschenleben kosten kann: http://bit.ly/hkHhmI […]


  2. Ich hab‘s jetzt nicht so ganz verfolgt, aber woher kommt immer dieses ganze „Medizin“-Zeugs im Bezug zu ACTA? Gibt‘s da irgendeine KLausel, die medizinische Vorgehensweisen oder Instrumente gesondert schützt oder was ist da?


  3. Hier einige Informationen worum es in diesem konkreten Fall EU – Indien Abkommen im Kontext zu HIV Medikamenten geht.

    http://alivenkickn.wordpress.com/2010/04/23/recht-auf-gesundheit/


  4. […] eben viele zu diesem Abkommen), geht es manchmal ein wenig unter. Ich jedenfalls war erstaunt, bei netzpolitik heute über die finale Version des ACTA-Abkommens zu lesen – nun muss das Ding nur noch von […]


  5. Jens Best

    ,

    Hier noch ein Link zu drei kleinen Animationsvideos, die das Problem und den Lösungsansatz durch die Patentpools für generische Arzneimittel erklären.

    http://ow.ly/3kSEO


  6. […] Rennen zweiteres wird sowieso auf Teufel komm raus versucht, denn erst heute wurde z.B. die neue Acta (#tentacleporn) Finalversion bekanntgegeben, die von allen beteiligten Ländern warscheinlich durchgewunken wird und zu solchen hirnrissigen […]

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