In einem Interview der Kukksi, einem Nachrichtenportal, das nach laut Projektbeschreibung von „engagierten Schüler und Studenten […] sowie erfahrene Journalisten“ betrieben wird,* spricht RTL2-Chefermittlerin Beate Krafft-Schöning über ihre Motivation:
Politik müsste dringend handeln: Die Vorratsdatensdatenspeicherung, […] wären aus meiner Sicht ganz dringende Punkte, die man seitens der Politik abarbeiten müsste! Grooming muss generell unter Strafe gestellt werden. Und zwar europaweit. […] Hier steht jedoch oft der Datenschutz wenig hilfreich zur Seite, der Kontrollmöglichkeiten in Chats untersagt. Seit dem Fall des Datenvorratsspeicherungs-Gesetzes vor drei Jahren ist es für die Provider noch schwieriger geworden, Kinder- und Jugendschutzmaßnahmen, sprich Kontrollfunktionen in ihren Angeboten zu installieren. Reine Kinderangebote an sich sind ja eher seltener im Internet zu finden.
Leider vergisst Krafft-Schöning zu erwähnen, welche unverzichtbaren „Kontrollmöglichkeiten“ konkret untersagt sein sollen. Das Belauschen von Privatgesprächen etwa? Das will ich doch hoffen. Und die Alternative wäre? Ein Echtzeit-Screening auf Schlüsselwörter? Zugang zu Chats und Kommunikationsplattformen wie SchülerVZ generell nur noch nach Hinterlegung einer ladungsfähigen Adresse und Authentifizierung mit dem neuen ePass? Gut, lassen wird das. Bemerkenswert auch Krafft-Schönings Antwort auf die Frage, warum „Tatort Internet“ bei RTL2 laufe: 
Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten waren da eher zurückhaltend, unterstellten mir, wenn ich das Thema überhaupt anbot, Wichtigtuerei oder ließen mich wissen, dass das Thema nicht ins Sendekonzept passe („Magazin Monitor“) oder, dass man das nur machen könne, wenn die Polizei involviert sei („ZDF-Reporter“).
Ok, ich kann den Frust nachvollziehen. Selbst bei „ZDF-Reporter“ zu scheitern muss hart sein.
(Wiedervorlage durch Vera, via DM)
*Bei aller Sympathie für solche Projekte: Leider liest es sich auch so. Die Fragen, die im konkreten Fall vom 23-jährigen Betreiber der Plattform gestellt wurden, könnten auch direkt von der RTL2-Pressestelle formuliert worden sein.