So lange die INDECT-Systeme noch nicht vernünftig funktionieren, müssen Menschen die ganzen Überwachungskameras auswerten, damit wir alle sicher leben können. Internet Eyes hat dazu das passende Angebot, wie man sich in seiner Freizeit als Spion eine kleine Mark hinzuverdienen kann:
Gegen 2 Pfund pro Monat kann man „Viewer“ werden und sich live Streams von Überwachungskameras anschauen. Wenn man einen Dieb erwischt, kann man den Ladenbesitzer alarmieren. Alle „Viewer“ werden mit einem Punktesystem nach ihrer Fähigkeit, tatsächlichen Diebstahl von falschen Alarmen zu unterscheiden, bewertet: 0 Punkte gibt es für einen Fehlalarm, 3 für einen Treffer, und immerhin einen kleinen Trostpunkt für einen Fehlalarm in bester Absicht. Außerdem kann 1000 Pfund gewinnen, wer die meisten Diebe in einem bestimmten Zeitintervall erwischt. Ansonsten kann man sich wohl auch ein geringes Gehalt zahlen lassen: Wer 60 Stunden pro Monat Überwachungsvideos schaut, bekommt mit 1,5o Pfund fast seinen monatlichen Einsatz von 2 Pfund zurück.
Das ist übrigens nicht das erste Projekt dieser Art: Es gab auch schon die Texanischen Online-Grenzsoldaten, denen allerdings irgendwann die Kohle ausging. Bruce Schneier meint das Problem zu kennen: Zu wenig Anreiz, sich mal ordentlich Mühe zu geben.
Internet Eyes ist im Moment – wie sollte es anders sein – beta: In bisher nur 12 Geschäften kann man den Kunden live beim Einkaufen und Klauen zuschauen.
Disclaimer: In anderen Artikeln wird berichtet, die Streams seien anonymisiert. In den FAQs oder der Privacy Policy habe ich darüber aber nichts gefunden, das über generelle CCTV-Richtlinien hinausgeht.
Dies ist ein guter Zeitpunkt, sich die arte-Moku Humani TV / Citizen Cam noch einmal anzusehen.