Ich weiß, ich sollte nicht so viel über Atomkraftwerke schreiben. Einmal, weil die hier gar nicht unser Thema sind (die c’t kann sich immerhin mit „Computer & Technik“ rausreden“ …). Zum anderen, weil ich von Kerntechnik kaum mehr Ahnung habe, als die meisten anderen Menschen auch.
- Wer fundierte Infos sucht, bitte, hier:
# Eine Zusammenfassung der Probleme bei Fukushima (Physikblog)
# Alternativlos14 mit dem Atomexperten Michael Sailer (Podcast)
Trotzdem, das Thema bewegt mich. Eben, wie die meisten anderen Menschen derzeit auch. Und daher sei mir ein kurzer Hinweis auf das TV-Magazin „Report Mainz“ gestattet, wo es – gerade eben im Ersten (Videolcip) – u.a. um den so genannten „Lastfolgebetrieb“ von Atomkraftwerken ging.
Genauer gesagt ging es um die Frage, ob man Atomkraftwerke einfach so rauf- und runterfahren kann. Was man muss, wenn durch regnerative Energien genügend Strom zu Verfügungen steht (Laut EEG müssen regnerative Energien bei der Einspeisung in das Stromnetz bevorzugt werden, was aber wohl auch nicht so gut funktioniert …):
Wind- und Solarenergie haben schon jetzt bei der Einspeisung ins Netz gesetzlichen Vorrang vor der Atomenergie. Bei besonders sonnigem und windigem Wetter müssen die Kernkraftwerke gedrosselt werden. Wenn Wind und Sonne nachlassen werden sie wieder hochgefahren. Doch die Reaktoren sind auf Volllast ausgelegt, nicht auf den flexiblen Betrieb.
Ja, da musste ich auch stutzen. Atomkraftwerke lassen sich offenbar nicht so einfach drosseln bzw. rauf- und runterfahren. Das behauptet jedenfalls Wolfgang Renneberg (Bis Ende 2009 Leiter der Abteilung Reaktorsicherheit im Bundesumweltministerium), der für Greenpeace eine Studie (PDF) zum Thema verfasst hat. Aber lest selber:
Der Studie zufolge führen die Lastwechsel dazu, dass „das Risiko des Betriebs weiter erhöht wird, weil es häufiger zu sicherheitsrelevanten Ausfällen und Schäden kommen wird, die sich auch zu gravierenden Störfällen entwickeln können.“
Der Lastfolgebetrieb bedeute einen „Dauerstress“ für die Kernkraftwerke, der schneller zu Materialermüdung, Korrosion und Rissen führe.Gegenüber REPORT MAINZ erklärte Wolfgang Renneberg: „Dadurch besteht die Gefahr, dass es häufiger zu Störfällen kommt, dass Ereignisse, die sonst möglicherweise harmlos sind, gefährlicher werden können und insgesamt das Risiko beim Betrieb der alten Anlagen nochmals steigt.“
Eine etwas längere Schnittfassung des Interviews gibt es als Videoclip beim SWR. Unser Bundesumweltminister Norbert Röttgen wollte die Fragen von Report Mainz leider nicht beantworten.