Heute hat unser Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg vor „ausgewählten Medienvertretern“ ein Statement zu den aktuellen Plagiationsvorwürfen abgegeben. In der Bundespressekonferenz waren die anwesenden Journalisten „not amused“, dass sie nicht eingeladen wurden. Das ZDF dokumentiert die entschiedenen Szenen in der Bundespressekonferenz in ihrer Mediathek.
Das gibts auch schon bei Youtube:
Folgenden Brief hat der Vorstand der BPK heute mittag per Boten an den Bundesverteidigungsminister geschickt:
Sehr geehrter Herr Minister,
die Bundespressekonferenz protestiert auf das Schärfste gegen Ihre Informationspolitik. Wir empfinden es als Brüskierung, dass Sie zeitgleich mit der Regierungs-Pressekonferenz nur „ausgewählten Medien“ eine von allen seit langem erwartete Erklärung gegeben haben.
Wir erwarten, dass Sie sich möglichst bald den Fragen der Hauptstadtpresse stellen.
Mit freundlichen Grüßen
Werner Gößling, Vorsitzender der Bundespressekonferenz
WDR2 hat die Vorwürfe auch ut kommentiert: WDR 2 Klartext zu Plagiatsvorwürfen: Sorgfalt sieht anders aus.
Die ganze peinliche Affäre wird auch nicht dadurch besser, dass man von der Schlampigkeit der Arbeit nicht wirklich überrascht wird. Auch als Verteidigungsminister zeichnete er sich mehr durch Schnelligkeit als durch Sorgfalt aus. Kaum im Amt wertete er den Bombenangriff auf die Tanklaster im Kundus-Fluss als militärisch angemessen, sogar zwingend. Und wenige Tage später kam er zum gegenteiligen Ergebnis. Und schließlich setzte er die Wehrpflicht aus, ohne die notwendigen Maßnahmen vorbereitet zu haben, um die Rekrutierungsfähigkeit der Truppe zu gewährleisten. Hauptsache eine schnelle Schlagzeile, alles andere kommt später. Sorgfalt sieht auch da anders aus.