Mehrere hundert Menschen forderten heute in einer kurzfristig angekündigten Demo den Rücktritt des Verteidigungsministers zu Guttenberg. Neben vielen kreativen Plakaten zeigten die Demonstranten ihre „Schuhe der Verachtung“ – eine wunderbare und alte Tradition aus dem islamischen Kulturkreis, und eine Anspielung auf die mehreren hundert „fehlenden Fußnoten“ in der zu mehr als 20% bzw über 70% der Seiten zusammenkopierten Doktorarbeit. Die Tradition des Schuhezeigens ist hierzulande spätestens seit dem Schuhwurf auf US-Präsident Bush oder zum Beispiel seit den Protesten in Ägypten bekannt (Vorsicht, Link zu BILD.de, konnte ich mir nicht verkneifen).

Die Demonstranten hinterließen ihr Schuhwerk am Zaun des Ministeriums. Auf Twitter wurden auch Ideen geäußert, wie man sich im Nachhinein per Faxgerät an der Demonstration beteiligen könne.
Scherzhaft wurde die Demo als die größte pro-Urheberrecht-Demo aller Zeiten bezeichnet. Das ist natürlich so nicht richtig. Selbst die dreistesten Verletzer des Urheberrechts geben das „gestohlene“ Werk nicht als ihr eigenes aus. Die Demo richtete sich gegen einen Minister, auf dem eine erdrückende Beweislast liegt, die nahelegt, dass er entweder ein Betrüger ist oder kaum zurechnungsfähig zu sein scheint und daher dem Ansehen der Wissenschaft und der Bundesregierung erheblich schadet.


Diese Einschätzung teilt Prof. Dr. Oliver Lepsius LL.M., der jetzige Inhaber des Lehrstuhls, an dem Guttenberg die als seine eigene Leistung ausgegebene Arbeit eingereicht hatte. Er stellte gegenüber der Süddeutschen Zeitung fest:
…und die Bitte, Bilder von der Demonstration in den Kommentaren zu posten.