In der Berliner Zeitung schreibt ein Journalist, wie er 2009 nach zwei Gläsern Rotwein aus Spaß in der Wikipedia rumtrollte und dabei einen neuen Begriff geschaffen hat: „Stalins Badezimmer“. So hätten die Berliner zu DDR-Zeiten im Volksmund die Karl-Marx-Allee genannt. Seitdem geisterte Stalins Badezimmer durch wissenschaftliche Arbeiten und zahlreiche journalistische Beiträge bis hin zu 4 von 5 Punkten bei wiki-watch, einem Wikipedia-kritischen Projekte, das Artikel bewertet und Orientierung geben will. Dort bekam Stalins Badezimmer den Stempel „Zuverlässige Quelle“.
Der Autor bekam die Trollerei nach zwei Jahren erstmal nicht mehr raus (Der Artikel hat das dann beschleunigt):
Weil ich ein schlechtes Gewissen bekam, löschte ich am 17. März um 17.51 Uhr Stalins Badezimmer wieder aus Wikipedia. Um 20.13 Uhr machte ein ehrenamtlicher Wikipedianer, der nach eigener Darstellung auf Berliner Stadtteile und Stadtgeschichte spezialisiert ist, meine Änderung rückgängig. Und seitdem ist es die Wahrheit, dass die Karl-Marx-Allee zu DDR-Zeiten im Volksmund Stalins Badezimmer genannt wurde.
Auch wenn das natürlich keine tolle Aktion war (Wenn das jeder machen würde…) ist die Geschichte aber schön geschrieben und auch ein kleines Lehrstück darüber, wie Journalismus funktioniert.