Axel E. Fischer, CDU-Abgeordnete und Vorsitzender der Enquete-Kommission Internet & digitale Gesellschaft, fühlt sich mit seiner Forderung nach einem Vermummungsverbot im Internet falsch verstanden. In einem Gespräch im Deutschlandradio Kultur erklärte er heute, dass er kein generelles Verbot der Anonymität gemeint habe, „sondern nur für Foren mit politischen Abstimmungsmöglichkeiten“ im Rahmen der Arbeit des Deutschen Bundestages ein „offenes Visier“ wünsche, weil das mit dem Lobbyismus auch alles sehr transparent sei. padeluun ist ebenfalls in dem Gespräch dabei und erklärt darin nochmal, wie gut und sinnvoll Anonymität ist. Hier ist die MP3.
jetzt bleibt nur noch die Frage, welchen Beitrag denn der elektronische Personalausweis für die Beteiligungsmöglichkeiten im Rahmen der Enquete-Kommission bieten soll, der laut Fischer die „ideale Möglichkeit“ sei, „sich im Internet zu identifizieren“.
Update: Hier nochmal die Originalfassung des Ursprungsartikel, der zu dem Missverständnis geführt hat (Danke an die Kopie in den Kommentaren):
Ein „Vermummungsverbot im Internet“ fordert der Vorsitzende der Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ des Deutschen Bundestages, Axel E. Fischer. Es könne nicht sein, dass sich die Bürger in Foren oder anderen Einrichtungen des Netzes hinter selbstgewählten Pseudonymen versteckten und sich so der Verantwortung entzögen, sagte der Karlsruher CDU-Abgeordnete gegenüber unserer Zeitung. „Der neue Personalausweis bietet die ideale Möglichkeit, sich im Internet zu identifizieren“. Gleichzeitig sprach sich Fischer für die Einführung eines „Radiergummis“ im Internet aus, mit dem Inhalte nach einer gewissen Zeit gelöscht werden können. „Kein Vermummungsverbot ohne Radiergummi, sonst entsteht ein Ungleichgewicht.“
Aber es freut mich, dass Herr Fischer seine Aussage jetzt konkretisiert hat und etwas ganz anderes meinte.