Wer geflattr’t werden wollte, musste bisher auch selber flattr’n und Geld in das System bringen. Sonst wurde der Account inaktiv geschaltet. Das sollte verhindern, dass einige Nutzer nur abgreifen, und andere nur zahlen. Die Trennung von Konsument und Anbieter kannte flattr nicht.
Die Regelung, dass ein Account, in dem sich kein Geld mehr befindet, „inaktiv“ geschaltet wird, so dass der Inhaber selbst auch keine Spenden mehr erhalten kann, sollte dafür sorgen, dass das auch so bleibt.
Es stellte sich aber heraus, dass sie gerade die kleinen Nutzer vor dem Micropaymentdienst zurückschrecken ließ: Immerhin musste man pro Jahr mindestens 24€ ausgeben, um überhaupt anderen die Möglichkeit zu geben, einem ein paar cent oder Euro zukommen zu lassen. Einige Nutzer gaben nach ein paar Monaten ohne Einnahmen auf, und haben nun inaktive Accounts – andere meldeten sich gar nicht erst an, denn auch das Angeben von Bezahlungsdaten schreckte ab.
Ab Sonntag werden leere Accounts nicht mehr inaktiv geschaltet, und alle, die bisher gezögert haben, können kostenlos einen Account eröffnen, der aktiv ist und bleibt, egal, ob man selbst flattr’t. Man muss also keinen Cent bezahlen, und kann nur gewinnen.
Der Rest des Modell bleibt wie gehabt. Auch wenn ich die Änderung erst komisch fand, denke ich, dass die Entscheidung richtig ist: Es ist mit einem großen Zuwachs in der Flattr-Community zu rechnen. Und wer diese einmal kennen und schätzen gelernt hat, der muss auch nicht mehr dazu ‚erzogen’ werden, selbst zu flattr’n.
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